Der Right Livelihood Award, weithin bekannt als „Alternativer Nobelpreis“, ehrt und unterstützt mutige Menschen, die globale Probleme lösen.

Seit 1980 wurden 178 Menschen aus 70 Ländern mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet. Die schwedische Right Livelihood Foundation, die den Preis verleiht, sieht ihre Rolle als Sprachrohr und Schutzschild für die Preisträger*innen. Sie unterstützt die Arbeit ihrer Preisträger*innen dauerhaft und versucht insbesondere denen Schutz zu bieten, deren Leben und Freiheit bedroht sind. Die Stiftung mit Sitz in Stockholm und einem Büro in Genf genießt Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen.

Jeder Mensch weltweit kann Kandidat*innen für den Right Livelihood Award vorschlagen. Nach sorgfältiger Recherche und Prüfung durch das Research-Team der Stiftung entscheidet eine internationale Jury über die Vorschläge. Anders als die meisten anderen internationalen Preise hat der Right Livelihood Award keine Kategorien. Denn oft lassen sich die besonders inspirierenden und bemerkenswertesten Ansätze für den Umgang mit den Problemen unserer heutigen Welt gerade nicht in klassische Kategorien pressen.

40 Jahre „Alternativer Nobelpreis“

Mit der feierlichen Preisverleihung am 4. Dezember 2019 begann das Jubiläumsjahr der Stiftung. Geehrt wurden Aminatou Haidar (Westsahara), Guo Jianmei (China), Greta Thunberg (Schweden) und Davi Kopenawa / Hutukara Associação Yanomami (Brasilien). Das Preisgeld für diese vier Auszeichnungen beträgt jeweils 1 Million SEK (EUR 96.000) und wird zur Unterstützung der erfolgreichen Arbeit der Preisträger*innen eingesetzt.

Yetnebersh Nigussie aus Äthiopien (Preisträgerin 2017), überreichte den Right Livelihood Award in Stockholm an Aminatou Haidar (Westsahara). Foto: Stina Stjernkvist/TT.

Ole von Uexküll, Direktor der Right Livelihood Foundation:

„Mit den 40. Right Livelihood Awards ehren wir vier praktische Visionäre, deren Einsatz es Millionen von Menschen ermöglicht, ihre grundlegenden Rechte zu verteidigen und für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten zu kämpfen. Neben dem Preisgeld bieten wir den Preisträger*innen eine dauerhafte Begleitung sowie Hilfe, wenn deren Leben und Freiheit in Gefahr sind.”

Neben Auftritten von internationalen Künstler*innen wie José González und Ane Brun, wurde bei der Preisverleihung in Stockholm ein Gespräch mit dem aus Moskau zugeschalteten Whistleblower Edward Snowden (Preisträger 2014) live übertragen. Die Preisverleihung gibt es auf unserem Youtube-Channel zu sehen:

Das 40-jährige Jubiläum der Stiftung wird 2020 mit Konferenzen in Bangkok (Thailand), Addis Abeba (Äthiopien) und Medellín (Kolumbien) fortgesetzt. Dort wird früheren Preisträger*innen eine Plattform für Austausch und gegenseitige Unterstützung geboten.

Wie alles begann – die Nobelstiftung lehnte die Vergabe eines Umweltpreises ab

Im Jahr 1979 wandte sich der schwedisch-deutsche Philanthrop und Briefmarkensammler Jakob von Uexküll an die renommierte Nobelstiftung. Sein Anliegen: die Einführung zweier neuer Nobelpreise. Eines Umweltpreises und eines Preises zur Förderung des Wissens und der Perspektiven von Menschen in armen Ländern. Er bot an, für die Finanzierung der Preise seine Briefmarkensammlung im Wert von über einer Million US-Dollar zu verkaufen und den Erlös an die Nobelstiftung zu spenden.

Von Uexküll war zutiefst besorgt über die Dringlichkeit globaler Probleme und die Art und Weise, wie die internationale Gemeinschaft sie handhabte. Er sah, wie sich Entscheidungsträger*innen hinter verschlossenen Türen trafen, von der Realität entkoppelt – während sich zugleich Aktivist*innen und Organisationen der Zivilgesellschaft vor den Konferenzräumen versammelten und oft konstruktive Lösungen für diese Probleme anboten. Doch ihre Vorschläge wurden nicht gehört. Jakob von Uexküll wollte das ändern.

„Wer den Nobelpreis bekommt, wird gehört“, dachte er, und wandte sich an die Nobelstiftung. Diese lehnte den Vorschlag, zwei neue Preise zu vergeben, jedoch höflich ab. Dies war der Moment, in dem von Uexküll beschloss, einen eigenen Preis ins Leben zu rufen und Menschen zu unterstützen, die für eine gerechte, friedliche und nachhaltige Welt kämpfen. Er verkaufte Teile seiner Briefmarkensammlung und begann mit der Umsetzung. Der Right Livelihood Award erhielt viel Aufmerksamkeit, als er 1980 – einen Tag vor dem Nobelpreis – erstmals verliehen wurde.

Jakob von Uexküll und Hassan Fathy, Preisträger des ersten Right Livelihood Awards, im Jahr 1980. Foto: Right Livelihood Foundation.

Mittlerweile zählt der Preis zu den renommiertesten Auszeichnungen für Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und Frieden. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Briefmarken reichten aus, um dem Preis die nötige Starthilfe zu geben. Seither wird der Right Livelihood Award durch Spenden von Privatpersonen finanziert. Ein von Anfang an einzigartiger Ansatz ist die langfristige Begleitung der Preisträger*innen. Dazu gehören beispielweise die Unterstützung bei der Bildung von Netzwerken oder Schutz bei Gefahr für Leib und Leben. Durch seine Gründungsgeschichte wurde der Right Livelihood Award als „Alternativer Nobelpreis“ bekannt.

Unterstützen Sie unsere Arbeit

Unterstützen Sie die Arbeit der Right Livelihood Foundation und ihrer Preisträger*innen mit einer Spende:

Weitere Informationen

Besuchen Sie die englische Version unserer Website, um alle Informationen über unsere Arbeit und die Preisträger*innen des Right Livelihood Awards einzusehen.

Besuchen Sie auch unsere Social Media Kanäle:

 

 

Auf Twitter finden Sie uns unter folgenden Hashtags:

#RightLivelihoodAward

#AlternativerNobelpreis

 

Media Contacts

German Media

Nina Tesenfitz
Email Nina 

M+49 (0)170 5763 663